Wissenschaftliche Informationen

Kurzbeschreibung des E-KVT-Projektes

Sexueller und/oder physischer Missbrauch in der Kindheit und Jugend kann zur Entwicklung einer Vielzahl psychischer Störungen und Probleme führen. Ein hohes Risiko liegt dabei für die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vor. Doch obwohl bekannt ist, dass diese Störung besonders schwere gesundheitliche Folgen hat, gibt es nur wenige evidenzbasierte psychotherapeutische Interventionen für Jugendliche und junge Erwachsene mit PTBS nach sexuellem und/oder physischem Missbrauch.

Ziel des E-KVT-Projektes ist die Evaluation eines Therapiemanuals, das speziell zur Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen konzipiert wurde. Dieses Manual basiert auf der  Cognitive Processing Therapy – ein Therapieansatz, dessen gute Wirksamkeit bereits für Erwachsene nachgewiesen werden konnte. Integriert werden außerdem Elemente von Emotions- und Verhaltensmanagement-Trainings sowie die Auseinandersetzung mit für diese Altersgruppe typischen Entwicklungsaufgaben. Die neu entwickelte, aber auf bewährten Methoden basierende E-KVT wurde in einer Pilotstudie erfolgreich überprüft. Fast alle teilnehmenden Patienten verbesserten sich.

Neben der Überprüfung dieses Therapieansatzes werden in der multizentrischen Studie auch verschiedene andere Aspekte in Teilprojekten untersucht: Eine Arbeitsgruppe analysiert Moderatoren und Mediatoren des Therapieerfolges, eine andere beschäftigt sich in einer EEG-Studie mit der neurophysiologischen Verarbeitung von bedrohlichen Reizen sowie deren Veränderungen durch die jeweilige Behandlungsform. Außerdem werden anhand einer Speichelprobe epigenetische Marker einer PTBS untersucht. Im gesundheitsökonomischen Teilprojekt werden direkte und indirekte Kosten der Störung ermittelt.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01KR1204A gefördert.

Die zentrale Studienleitung liegt bei Frau Prof. Rita Rosner (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt).

Organigramm

Organigramm der E-KVT-Studie

 

Beteiligte Universitäten und Mitarbeiter

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Projektleitung: Prof. Dr. Rita Rosner
Zentrale Studienkoordination: Dipl.-Psych. Eline Rimane
Koordination Eichstätt/Ingolstadt/München: Dipl.-Psych. Anna Vogel

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Studienleitung: Dr. Regina Steil
Koordination Frankfurt: Dipl.-Psych. Jana Gutermann, Dipl.-Psych. Simone Matulis, Dr. Franziska Schreiber (Vertretung: B.sc. Psych. Meike Kiefer Marins)

Universität Bielefeld

Studienleitung: Prof. Dr. Frank Neuner
Koordination Bielefeld: Fabian Klein, M.Sc., Dipl.-Psych. Pascal Wabnitz

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Studienleitung: Prof. Dr. Hans-Helmut König
Koordination Hamburg: Dipl.-Gesundheitswirtin Nina Stuhldreher, M.Sc.

Max-Planck-Institut für Psychiatrie München

Studienleitung: Dr. Ulrike Schmidt    

Freie Universität Berlin

Univ.-Prof. Dr. Babette Renneberg
Koordination Berlin: Dr. Maja Trenner